Impressionen

Dresden und Weimar 2014

 

 
 

 Dresden und Weimar im Mai/Juni 2014


Im folgenden sieht man ein paar Eindrücke von unseren Reisen nach Dresden im Mai und nach Weimar im Juni 2014:

 die sichtbaren Ergebnisse eines liebevollen und besonnenen Handelns in früheren Jahrhunderten...


...aus Liebe zur Kunst 

anstatt

...aus Hass zum Krieg !


Ein mehrstündiges Bombardement (ein sinnloses Kriegsverbrechen an der Zivilbevölkerung mit weit über 100.000 Toten) hatte am 13. Februar 1945 auch die gesamte  historische Baustruktur von Dresden bis auf die Grundmauern zerstört.


Das Areal um das Schloss mit katholischer Hofkirche, Zwinger (im Vordergrund), Semperoper und Taschenberg-Palais (rechts; heute ein Luxus-Hotel) besteht aus nach dem 2. Weltkrieg weitestgehend wiederaufgebauten Barockbauten vom 16. und 17.Jahrhundert.


Auch das Hochufer auf der linken Elbseite (die sogenannte Brühl´sche Terrasse) ist wieder im alten Zustand.


Das sächsische Fürstengeschlecht der Wettiner stellte auch (hier Friedrich August II im Jahr 1736) zeitweise den König von Polen.


Der sog. "Fürstenzug" der Wettiner vom 12. bis zum 20.Jahrhundert (ein 102 m langer Wandfries) blieb fast unbeschädigt.


Die für die künstlerische Ausgestaltung der sächsischen Hauptstadt so verdienten Kurfürst August II (der Starke) und sein Sohn Friedrich August II (August III von Polen) sind hier zu Pferde dargestellt.




Hier das völlig zerstörte und prachtvoll wieder aufgebaute Residenzschloss...

http://www.skd.museum/de/museen-institutionen/residenzschloss/index.html


... mit Hofkirche...


...mit Übergang zum...



...Taschenberg-Palais, ehemals gebaut von August dem Starken für seine Mätresse, Gräfin Cosel und ...



... heute ein Hotel.






in sog. Graffiti-Technik (weisser, teilweise ausgekratzter Anstrich auf grauem Putz) hergestellte Innenhof-Fassaden des Schlosses


Kurfürst August der Starke mit üblicher Perrücke


Die Förderung von Kunst und Handwerk (anstatt teure Kriege zu führen) manifestiert sich in aufwendigen Luxus-Gegenständen, dem Schatz im sog. "Grünen Gewölbe"


Teilweise sind es auch repräsentative fürstliche Geschenke.


Diese wertvolle Kanne aus Bergkristall hatte Friedrich August II zu seiner Wahl zum König August III von Polen (durch Aussterben der vorigen Dynastie war Polen 1573 eine Wahl-Monarchie geworden) nach Krakau genommen, um einen guten Eindruck zu machen. Beim Transport ist sie zu Bruch gegangen.



Dies sind zwei Teilansichten des Kabinettstücks "Der Hofstaat zu Delhi am Geburtstag des Großmoguls Aureng Zeb" (europäische Juwelierskunst aus Gold, Elfenbein und Bernstein).



ein Segelschiff aus Elfenbein



prachtvoller  Wiederaufbau...


...der Innenhöfe...


...mit liebevoll gestalteten Details


mehr zur Graffiti-Technik der Fassaden in

http://www.das-neue-dresden.de/graffity.html   (9. Bild von oben)

 



Die katholische Hofkirche neben dem Schloss war extra für die Fürstenfamilie vorgesehen.. Die sächsische Bevölkerung war vorwiegend evangelisch, aber der König von Polen musste katholisch sein.


auf der Brühl´schen Elbterrasse









Die sog. berühmte "Semperoper" (schon teilweise während der DDR-Zeit wieder aufgebaut) wurde vom Baumeister Ernst Semper geschaffen...


...mit ebenfalls aufwendigem Innenausbau.






Die Sonderausstellung, gewidmet dem griechischen Halbgott "Dionysos" bzw. dem römischen "Bacchus", passt in diese künstlerisch hoch aufgeladene, sensible Umgebung des Schlosses.








ein Denkmal, gewidmet dem berühmten Baumeister Ernst Semper gegenüber der Kunst-Akademie



das"Albertinum", Gemälde-Galerie "Neue Meister"


die Kunst-Akademie




Die Archeologen sind am Werk neben dem "Kultur-Palast" aus der DDR-Zeit.




Durchblick zur wieder aufgebauten, evangelischen Frauenkirche





Augustus-Brücke zur rechten Elb-Seite in die Neustadt...


...mit einigen Ministerien...


...und guten Hotels (z.B. Bellevue)...


...und guten Restaurants


Skulptur vor dem Hotel Bellevue


Der Blick von der anderen Elbseite auf die Brühl´sche Terrasse und die Altstadt ist legendär.


Blick auf die Brühl´sche Terrasse mit Sekundogenitur



 Blick auf die Frauenkirche, Sekundogenitur, Neues Ständehaus und Hofkirche


die Türme der Hofkirche und des Schlosses


der berühmte "Canaletto-Blick" hinüber


reges Leben auf der Straße




die wiederaufgebaute Frauenkirche...


...im Jahr 1750 gemalt vom Hofmaler Bernardo Belotto (genannt "Canaletto")...



...und heute: ein Meisterwerk sakraler Baukunst...



... mit hervorragender Klangwirkung im Innern






der sog. "Zwinger" u.a.mit der Gemälde-Galerie "Alte Meister"


Der Eingang geht durch das sog. "Kronentor".


Der Name "Zwinger" stammt ursprünglich aus der Festungs-Baukunst mit der Intention, den Feind vom Fluss Elbe kommend zu bezwingen.


Der luftig leicht vom Baumeister Matthäus Daniel Pöppelmann...

 

..in den  Jahren 1710 bis 1732 geschaffene "Festungsbau"...

 

...diente eher der Lustbarkeit auf Festen als zu militärischen Zwecken.


 


Der Kurfürst ließ sich wohl nicht in einen Krieg verwickeln und konnte sich somit die Lustbarkeit leisten.


Dieser Seitenbau dient der Porzellan-Sammlung und der Sammlung von Physikalischen Geräten.


Glockenspiel-Pavillion mit Glocken aus Meißener Porzellan...


 

...im Zeichen der gekreuzten Schwerter


Rechts neben dem Wallpavillion steht die Gemäldesammlung "Alte Meister"...

 

...mit berühmten Kunstwerken, u.a...


... von Raffael ("Sixtinische Madonna" um 1513)...


...oder von Caspar David Friedrich ("Kreuz im Gebrge")...


...oder von J.E. Liotard ("Das Schokoladenmädchen")...


...oder von Lucas Cranach d.Ä. ("Herzog Heinrich der Fromme" 1539)...


...oder vom Hofmaler Canaletto ("Dresden-Panorama mit Augustusbrücke" 1748)...


...oder die "Frauenkirche" (1750) von Canaletto...


...in Vergrößerung.


Auch das berühmte Bildnis "Saskia"  (1633 gemalt, 1634 geheiratet) von Rembrandt...


...und "Das brieflesende Mädchen..." (1659) vom holländischen Maler Vermeer van Delft  sind vertreten.




Da kann man ermessen, was man - auch als Staat - alles an Werten schaffen kann, wenn man keine Kriege führt !


Eine Video-Zusammenstellung gibt nochmal einen Eindruck von Dresden als Gesamt-Kunstwerk:

https://youtu.be/CjbdHpuO9Cs



Die sozialistischen Prachtbauten an der Prager Straße vom Bahnhof zur Altstadt bergen heute Geschäfte und ein großes Hotel.


 

Das obige Bild, ein paar Innenaufnahmen, vor allem von Kunstwerken im Zwinger, wo man nicht fotografieren darf, und die Luftaufnahmen von Dresden sind dem Farbbildband "Dresden Panorama" vom Rahmel-Verlag in Puhlheim entnommen.

ISBN 3-930885-18-2



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Weimar mit Freunden im Juni 2014



Weimar war seit 1572 Hauptstadt von Sachsen-Weimar-(später auch -Eisenach). Dies war der erste Staat Deutschlands, der sich eine Verfassung gab (1816). Von 1920 bis 1948 war Weimar die Hauptstadt des Landes Thüringen. 1999 war sie Kulturhauptstadt Europas.

Umfangreiche Details zu dieser Stadt der (Dicht-)Kunst sind zu finden unter

http://de.wikipedia.org/wiki/Weimar .


Die mehreren Tausend historischen Bücher, die dem Brand vor ein paarJahren in der Herzogin Anna Amalia Bibliothek zum Opfer gefallen sind, und deren teilweise  sorgfältige Restaurierung machten uns neugierig.



Dann machten wir eine Führung mit und sahen den Park mit Goethe´s Gartenhaus am Fluß Ilm, das Goethe Nationalmuseum (Goethe´s Wohnhaus) und den Wittums-Palais (zuletzt Wohnhaus der Herzogin-Witwe)

Hier ist das Gartenhaus von Goethe, wohin er sich oft zum Denken (er war auch Staatsbeamter am herzoglichen Hof) und Schreiben (er ist der berühmteste deutsche Dichter) zurückzog.


Heiko, Solange und Rolf (Kerstin hat fotoggrafiert).


das Rathaus am Marktplattz...


...mit Glockenspiel aus Meißener Porzellan



 Turm vom...


...Weimarer Stadtschloss des Herzogtums


Bürgerhäuser und Neptun-Brunnen am Marktplatz



Hochzeit (mit Kind)



 

Rückseite von Goethe´s Stadthaus


Henry van de Velde, Architekt vom Bauhaus,  lässt sich am Balkon seines Hauses am Marktplatz sehen.



Teilansicht des "Bauhauses"


eine flotte Weimarer Bürgerin...


...von heute



 ein Stuhl (und nichts als ein Stuhl)...


...vor der modernen Großherzoglich-Sächsischen Kunstschule


 

auch der Maler Lucas Cranach d.Ä. war kurz in Weimar


Der englische Dichter Shakespeare soll hier gewesen sein; deshalb die Stiftung eines Briefkastens seitens Stratford-upon-Avon



Die kompetente Führung (im Bild Heiko und Kerstin) begann...

 

...beim friedliebenden Kunstförderer Carl August von Sachsen-Weimar im 16. Jahrhundert. Augustus (lat.) =  (seit der Römerzeit) "Vermehrer").


 nochmal das Gartenhaus von Goethe, in dem viele seiner Werke entstanden sind


"Verschönerungs-Ruine" im Park


der Historische Friedhofskapelle mit der Fürstengruft und den Grabmählern von Goethe und Schiller



Goethe´s Stadthaus



Eingangstafel im Goethe-Haus (heute Nationalmuseum)



Goethe`s Bibliothek


Goethe-Portrait (mit dem sog. Goetheblick) vom Maler Joseph-Karl Stieler







Ausblick in den Garten...


...hinter dem Haus






Nachmittags war Besichtigung des Wittums-Palais, dem Wohnhaus der Witwe von Carl-August von Sachsen-Weimar nach dessen frühem Tod. Hier in diesem festlichen Rahmen fanden auch die Empfänge und erlauchten Gesellschaften statt.



Die Herzogin Anna-Amalia hat die großzügige Förderung von Kunst und Literatur intensiviert und heute berühmte Persönlichkeiten wie die Philosophen Wieland und Herder sowie den Dichter Friedrich Schiller und den Komponisten Franz Liszt an den Hof geholt.

Sie war es auch, die die berühmte Bibliothek (mit ihrem Namen) gegründet hat.



In den festlichen Salons kamen Dichter und Künstler zu Wort und Bild bzw.Skulptur.





Auch der preussische König Friedrich der Gro0e...

...sieht noch heute von der Wand herab.


hier eine Darstellung der heiligen Elisabeth von der Wartburg bei Eisenach,...


...die sich der Armen angenommen hat



Die gesellschaftlichen Zwänge der damaligen Zeit...

 ...spielen in Goethe``s Literatur eine große Rolle.




das bekannte Bild von Goethe in Italien



Der Romantiker und Dramatiker Friedrich Schiller wird oft in einem Atemzug...

 

...mit dem gesetzteren Staatsmann Wolfgang von Goethe genannt, obwohl sie unterschiedlichere Menschen nicht hätten sein können und gingen zunächst sehr distanziert miteinander um. Das änderte sich mit den Erfolgen Schillers, z.B. der Uraufführung von Schiller´s Wallenstein (1798) am Hof.


Das Schillerhaus war wegen Renovierung leider geschlossen.



Im Jahre 1919 fand im Deutschen Nationaltheater (Hoftheater von Weimar) die verfassungsgebende, nationale Versammlung der Abgeordneten statt. Basierend auf diesem Ereignis wurde die dann folgende Ära von 1919 bis 1933 als Weimarer Republik bezeichnet.


Goethe und Schiller zusammen vor dem Hoftheater




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